Fehlgeleitet oder doch auf Spur?

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    • Fehlgeleitet oder doch auf Spur?

      Grüße Euch,

      ich hatte vor hier einen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht ohne Tabus abzuladen, der vermutlich sehr lang ausfallen wird. Ich hatte leider nie wirklich jemanden im Umfeld den ich hätte fragen können, ob... wie... und überhaupt... ,
      was mich zu Euch ins Board brachte. Mythen, Legenden und Irrglauben dürfen gerne aufgelöst werden. Wenn Ihr etwas erkennt was ich noch verändern oder verbessern könnte, würde es mich sehr freuen wenn Ihr Eure Erfahrung mit mir teilt. Manche Markennamen erwähne ich hier gar nicht erst, weil es nicht zu einer Antiwerbekampagne ausarten soll.

      Ich war Anfang 2017 fast 2Jahre lang rauchfrei, als ich am Schaufenster eines Vape-Shops meinen übertriebenen Herzschlag für den iStick Pico spürte. Ich dachte mir immer, dass es an und für sich ein guter Ersatz-Befriediger wäre, seit ich den Zigaretten den Rücken zugewendet hatte. Zum Kauf des Geräts durfte ich mir ein Liquid aussuchen, was es geschenkt dazu gab. Als ich mich durch die Aroma-Vielfalt geschnorchelt hatte, entdeckte ich meine Vorliebe für Frucht & Menthol. Beim Verkaufsgespräch wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass der Coil im Schnitt je nach Dampfverhalten alle 1-2 Wochen getauscht werden müsste, weshalb ich noch ein 5er Pack mitnahm.

      Zuhause dann ging das große Rumprobieren los. War der Tank mal wieder leergeheizt, so konnte auch mal ein anderes Liquid gedampft werden. Jedoch mit bitterem Nachgeschmack. Den Tank zu reinigen reichte offenkundig nicht aus, um die Verpestung des nachfolgenden Liquids zu verhindern. Mit einem Coil kam ich locker 4 Wochen hin bei meinem Dampfverhalten. Sollte ich also 4 Wochen lang bei einem Liquid bleiben oder die Coils den Liquids zuordnen? Ich hatte keine Ahnung, ich wechselte brav die Coils aus, wenn was Neues im Dampfer zernebelt werden sollte.

      Bei einem Grillabend mit Freunden, von denen sich auch einer den dampfenden Winden verschrieben hatte, bemerkte ich zum ersten Mal wie über alle Maße subjektiv Meinungen zum Thema Dampfen sein können. Das Gespräch verlief in etwa so:
      1) "Mit diesem Mod schmeckt einfach immer alles gut"
      2) "Der Mod scheint für diesen Verdampferkopf geschaffen zu sein"
      3) "Hab noch tausend Liquids zuhause die nicht schmecken oder den Coil zuknispeln"
      Ich glaubte ihm kein Wort. Im Gegenteil: Ich bot ihm Abhilfe für die tausend Fläschchen an, was sich nachher als 10 Fläschchen herausstellte. Mit 6 der Liquids konnte ich was anfangen und ich entdeckte den Cookie-Geschmack für mich. An einem Liquid verlor ich gefühlt fast mein Leben. Irgendso ein Hinterhof-Zaubertrank mit 18mg Nikotin von dem ich Knochen hustete.

      Seit dem fragwürdigen Abend passierte es immer wieder mal, dass ich mich mit anderen Dampfern unterhalten hatte und bei jedem hörte sich der Leidensweg von Anfang bis zum jetzigen Stand an wie ein heiliger Kreuzzug, der nur damit gewonnen werden konnte eine beträchtliche Menge Geld den Dampfgöttern als Opfer darzubieten. Ich weigerte mich das Knie zu beugen, ließ die E-Zigarette verstauben und wendete mich deswegen, und auch wegen meinem Lernstress den Zigaretten wieder zu.

      Seit Mitte 2018 hatte ich versucht mich dem Dampf wieder zu nähern, was ich meiner Lebenspartnerin zu verdanken habe. Sie hat lediglich den Wunsch geäußert nie wieder Kippenqualm, kalten Aschegeruch und Raucher-Mundgulli riechen zu müssen. Meine Versuche glückten, jedoch hatte ich immernoch den Lernstress, weswegen die Zigaretten nicht wegzudenken waren. In mir keimte der Wunsch auf, den Ersatzbefriediger wieder hervorzukramen und auf Liquid-Schlachtzüge zu gehen. Doch genau das sollte nicht mein einziges Schlachtfeld geblieben sein.

      Irgendwann rutschte der iStick mal vom Badewannenrand, knallte auf die Fliesen im Bad und das Tankglas zerschellte. Ich bediente mich eines anderen Verdampferkopfes der seine eigene Coil-Reihe mitbrachte und eine feststehende Luftzufuhr hatte. Selbst die leckersten Liquids schmeckten plötzlich wie ein ins Gesicht geworfener Anker. Ich versprach mir Abhilfe beim örtlichen Vape-Shop und ließ mich dort eingehend beraten. Doch so fühlte es sich nicht an. Es fühlte sich eher so an wie ne Produktpredigt. Aus den Gesprächen mit anderen Dampfern blieben Namen, Marken und Eigenschaften hängen, nach denen ich gezielt fragte, aber alles wurde zerredet so nach dem Motto: "Wenn wir es nicht im Sortiment haben, ist es Mist". Mit Hass kaufte ich einen günstigen Verdampferkopf, wieder 5 Ersatz-Coils dazu um dann festzustellen, wie stressig und nervig der Zirkus sein kann. Der neue Kopf musste die Verschlussklappe mit einem Silikonring arretiert bekommen, sonst entleert er sich spontan in der Tasche. Das tat er sogar einmal, weil dieser hässlige Ring ewig abgerutscht ist.

      Ich wollte so nicht mehr leben, schnappte mir eine handvoll Geldscheine, rannte einem anderen Vape-Shop die Tür ein und entschied mich komplett umzusteigen. Meine Ansprüche waren nicht hoch. Ich wollte bloß selber wickeln.
      Meine Wunschliste war klar definiert. Doppelter Akku für längeren Dampfspaß, Doppel-Coil für intensiveren Geschmack, regelbare Luftzufuhr um beim Ziehen am Gerät nicht auszusehen als würde ich angestrengt das Furzen unterdrücken wollen. Was ich daraufhin angeboten bekam sollte mich locker 180€+ kosten, andere Möglichkeiten sah der Händler so nicht. Ich hinterfragte Geräteeigenschaften, recherchierte Bewertungen und Rezensionen...

      Und so kam der Eleaf Invoke als Body und der Peerless RDTA ins Haus. Die beiden Komponenten verstehen sich super und deckten meine Bedürfnisse nach Gewichtung. Einziger Nachteil: der RDTA darf nicht liegen, sonst suppt er. Jetzt könnte man meinen ich hätte mein Glück gefunden, aber PUSTEKUCHEN!


      Mit dem Selberwickeln wurden meine Probleme nicht weniger, nur anders. So ist nur 1 von 3 gekauften Pinzetten zuverlässig in Sachen "Watte in die Löcher stopfen". Eine andere ist aus Wobbel-Kunststoff und Letztere zu groß.
      Von ehemals 11 Sorten Fertig-Coils kann ich nur mit der Superfine-Microcoil-Variante was anfangen. Die anderen kommen trotz gleicher Ohm-Werte nicht so schnell zum Glühen wie die Superfine-Microcoil-Variante. Wenn ich mit A1er Kanthal (0,3mm) auf 6 Warps zu Ø 2,5mm wickle scheint alles wunderbar zu funktionieren, jedoch schmeckt man hin und wieder den metallischen Geschmack und das trotz verherigem Ausbrennen und Abglühen, egal bei welcher Menge Watte.
      Im Schnitt ziehe ich mir den Dampf circa 5-6 Sekunden lang bis zum kleinen Zeh, was mir einfach einen entspannten Mehrwert gibt. Außerdem nebel ich damit in 0,Nichts das ganze Wohnzimmer ein, was optisch gleich mitbefriedigt.

      Das Kringelblasen und Vape-Tricksen habe ich seit Kurzem erst für mit endeckt, weshalb ich von 50/50 Base auf 90VG 10H²O (99,7% Glycerin) umsteigen werde. Bei 50/50 + ca 10% Aroma-Anteil und einer halben Flasche Nikotinshot lösen sich die Kringel noch vor ihrer Entstehung in Wohlgefallen auf. Beim Ändern der Mischungsverhältnisse kam es hin und wieder vor, dass ich zufällig etwas richtig gemacht habe. So entstehen bei manchen Liquids nun nebligere Effekte als bei anderen. Kringelblasen entspannt tierisch und genau das brauche ich =)

      Im Wesentlichen bleiben aber noch Fragen offen und ich schäme mich nicht sie zu stellen, egal wie blöd sie klingen.

      1) Im Schnitt dampfe ich zwischen 45W bei Microcoils und 60W bei dickeren Coils und bewege mich zwischen 0,3Ω und 0,6Ω. Microcoils kommen da wesentlich schneller auf Touren als die dickeren Claptons die man Vorglimmen lassen muss. Welchen Kanthal-Draht haltet Ihr da für empfehlenswert? Mein A1er schmeckt jedenfalls als würd ich die Seele aus meinem Heizkörper lutschen wollen. Oder mache ich da was falsch?
      2) Je mehr VG-Gehalt die Basis hat, desto mehr oder weniger Aroma als empfohlen sollte ich beifügen?
      3) Sollte man die Watte beim Durchführen im Coil-Tunnel verdrehen oder locker durchflechten?
      4) Sind Dochte vorteilhafter gegenüber Watte?
      5) Wenn die Watte sich zu einer Richtung "neben" dem Coil dunkel färbt, was ist dann passiert oder schiefgelaufen?
      6) Wann wechselt Ihr im Schnitt Eure Coils? Oder woran merkt Ihr, dass Bedarf besteht?
      7) Das Beifügen von Nikotinshots oder -salzen begünstigt oder benachteiligt die Dampfentwicklung bzw. die Konsistenz des Dampfes?
      8) Wie verhindert man, dass das in rauen Mengen angemischte Liquid nach gewisser Zeit im Geschmack kippt?
      9) Was ist bei der Beimengung von Menthol-Flavor in eigene Mischungen zu berücksichtigen?
      10) Was für ein Werte-Setup würdet Ihr für Trick-Vaping empfehlen? Die bestehende Hardware soll nicht großartig geändert werden, viel mehr soll das Liquid dem Vorhaben entsprechen.

      Würde mich freuen, Eure Meinungen, Empfehlungen und Ratschläge diesbezüglich zu lesen. Lieben Dank im Voraus und
      sonntägliche Grüße
      Matthes

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    • Ich versuche mich mal an deinen Fragen...

      1) für mich schmeckt Kanthal einfach nur metallisch, daher nutze ich nur noch SS oder Ni80 in unterschiedlichen Drahtstärken oder gerne auch als Clapton
      2) je mehr VG, desto MEHR Aroma
      3) ich drehe sie immer locker durch ;-)
      4) k.A., ich verwende keine Dochte
      5) entweder sie hat Kontakt zur Dampferglocke oder sie hat eine Freistrecke (Coil ohne Watte) und kokelt leicht
      6) die Coils wechsle ich erst, wenn sie sich nicht mehr richtig ausglühen lassen oder kaputt sind
      7) Nikotin hat m.A.n. keinen Einfluss auf die Dampfentwicklung, nur auf den Geschmack
      8) kühl lagern, denn Wärme beschleunigt die Reifung. Mir ist jedoch noch kein Liquid „gekippt“, es reift normalerweise nur nach und kann sich hier auch negativ verändern
      9) die Dosis macht das Gift. Halte dich an die Empfehlungen des Herstellers oder nimm bei selbst hergestellter Menthollösung nur 1-2%
      10) damit kenne ich mich nicht aus :ne:

      Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen :klasse:
      Sind besondere "Momente" jene Augenblicke, die Kürze suggerieren und Ewigkeiten meinen?

      Viele Grüße, Mia :winke: :happy2:
    • @Mia In der Tat hilfreich. Erfahrung mit anderen Drähten hatte ich bisher noch gar keine, weil ja Kanthal in aller Munde ist... zumindest da wo ich mich bisher bewegt habe.
      Zu 2) habe ich mal die Antwort erhalten, weil VG an sich sehr süß sei bräuchte man weniger Aroma.
      Bei 3) ich auch
      Bzgl. 4) hab ich mal jemanden Schwärmen gehört, wollte mal lesen ob da noch einer drauf schwört.
      Bei 5) der Kontakt zur Glocke wäre am Wahrscheinlichsten, da ich nicht gerade sparsam mit Watte umgehe.
      6) Coils habe ich nach jedem 3-4ten Wattewechsel mitgewechselt, quasi gar nicht erst "anbrennen" lassen... Verschwendet also
      7) Inwiefern auf den Geschmack? Habe da nie große Unterschiede gemerkt.
      8) Hatte neulich erst Erdbeer-Sahne-Liquid, hat nach 4 Wochen gammelig geschmeckt. Bei Pina Colada ist es auch mal passiert, jedoch erst nach 5 Wochen. (je 150ml geschlossene Behälter)
      9) Hatte mal gehört, dass Menthol-Flavor Metall oder Dichtung angreifen "kann"
      10) und ich habe zuviele Meinungen von Leuten die ich nicht einschätzen kann. Alles zu probieren wird nur teuer, darum wollte ich mal die Meinung von vielen sehen und auf Argumente und Erfahrungen warten =)

      Danke Dir schonmal für die Antworten

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    • Also, ich nutze Edelstahl und Ni80, als Clapton oder Alien, aktuell sind in meinem Druga RDA 2x4Core Clapton aus Ni80 verbaut, die sehr gut schmecken ;)
      Dochte brauche ich bei meinen beiden Verdampfern einfach nicht.
      Ich nutze auch 50/50er Base, da komme ich am besten mit dem Geschmack, dem Mischen etc klar. Außerdem werden die Wolken dann auch nicht zu groß. In meinem Leistungsbereich (111W) wird von vielen aber auch 30/70 benutzt.
      Coils halten bei guter Pflege einige Monate. Einfach bei jedem Wattewechsel ausglühen und in Wasser abschrecken, ca 5mal und niemals weiß glühen lassen, eher so ein schönes rot-orange.
      Wenn du da suchst, findest du bestimmt gute Anleitungen, ansonsten sag bescheid, dann schreibe ich dir das auch gerne etwas ausführlicher noch.
      Liquid ist mir bis jetzt auch ohne Kühlschrank nicht gekippt, aber ich mische meist auch nur um die 100ml je Aroma an.
      So long and vape on!
    • Hab mir eben via Amazon noch Ni80er Draht bestellt, da ich zuvor mal 10 fertige Microcoil-Wicklungen vom gleichen Verein hatte und damit auch alles geil geschmeckt hat.
      Den Kanthal-Draht habe ich eben entsorgt, weil ich damit nichts Gescheites hinbekomme und wenn doch, schmeckt es halt einfach grottig. Weißglühen habe ich noch nie hingekriegt, da sich mein Body mit ner 10-Seconds-Protection abschaltet.

      Wenn ich Wicklungen gemacht habe und die Coils verbaue, lasse ich sie für gewöhnlich auch 2-3x kurz rot-orange aufleuchten, bevor ich sie mit Watte vollstopfe. Leider sind die Coils bescheuert zu befestigen, weswegen im Falle eines Wechsels mal eben wieder ne Stunde verstreicht, bis ich es in etwa hinbekomme, dass beide gleichzeitig aufleuchten. In den meisten Fällen leuchtet einer der beiden schon munter auf, wo der andere gerade erst warm wird. Da fühle ich mich dann auch schonmal verarscht. Ich achte schon darauf, dass der Widerstand bei beiden gleich ist und sie identisch verbaut sind, sodass Laufweg, Abstand, Fläche etc übereinstimmen.

      Bin fjeden sehr gespannt, ob sich jetzt mit den bestellten Komponenten das Dampfvergnügen steigern lässt.